Der Bärenzwinger im Köllnischen Park ist seit 2017 erstmals als Kulturstandort für die Öffentlichkeit zugänglich. Das ehemalige Gehege der Berliner Stadtbären wird vom Fachbereich Kunst, Kultur & Geschichte des BA Mitte als Plattform für kollaboratives Lernen, Forschen und Experimentieren in kuratorischer und künstlerischer Praxis weiterentwickelt. Mit ortsspezifischen Ausstellungs- und Veranstaltungsformaten werden seine Geschichte, räumlichen Besonderheiten und aktuelle stadtkulturelle Themen reflektiert.
Die Einzelausstellung von Nina Paszkowski spielt unter dem Titel »Furore« auf das Spektakel an, das den Bärenzwinger seit jeher heimsucht: das Prinzip des Vorführens und Inszenierens – ob durch lebende Tiere, ideologisch aufgeladene Stadtidentität oder zeitgenössische Kunst. Dabei beschreibt Furore ein Aufsehen, das sich zwischen Faszination und Unbehagen bewegt. Was anzieht und begeistert, kann in Empörung oder Wut umschlagen. Mit dieser Wut setzt sich Nina Paszkowski anhand mythologischer Wesen auseinander, deren Name im Ausstellungstitel anklingt: den Furien. In der griechischen Mythologie erscheinen sie als wütende Rächerinnen, die jedoch durch einen Akt der Gnade eine Menschwerdung erfahren und sich in die milden Eumeniden wandeln.
In »Furore« treten die Furien als überlebensgroße Wächterinnen in Erscheinung. Vor dem Hintergrund der Geschichte des Ortes, in der das Spektakel stets auch mit Kontrolle und Gewalt verbunden war, bleibt offen, ob sie hier Rache üben oder Gnade walten lassen werden. Bei Paszkowski verharrt Wut nicht im Zerstörerischen. Sie erscheint vielmehr als eine Kraft, die bestehende Verhältnisse aufbricht und neue Formen des Miteinanders denkbar macht. Die Transformation der Furien spiegelt sich durch eine sich verändernde Werkkonstellation im Bärenzwinger selbst wider: Während der neunmonatigen Laufzeit bricht Wut in Form keramischer Wucherungen aus den Wänden des Zwingers hervor und bahnt sich neue Wege. Zurück bleiben offene Wunden, die Verletzlichkeit in den Raum einschreiben und Fragen nach dem Fortwirken von Gewalt und Heilung aufwerfen.
Kuratiert von Janine Pauleck, Tina Quednau, Annika Reketat
Jeden ersten Sonntag im Monat Eintritt frei Keine Anmeldung erforderlich Sprachen: Deutsch und Englisch
TERMINE, DAUER UND HINWEISE 7. Juni: Spurensuche mit Cleo Wächter 5. Juli: Schattenspiel mit Rezzan Gümgüm 2. August: mit Theresa Sowka 6. September: Schattenspiel mit Rezzan Gümgüm 4. Oktober: Spurensuche mit Cleo Wächter
Drop-In- / Drop-Out-Workshops à 3 Stunden: 14-17 Uhr / ohne Anmeldung Ab 6 Jahren offen für alle bis 15 Jahre
Ab Mai wird’s bunt und kreativ in Berlin-Mitte! Jeden ersten Sonntag im Monat heißt es fortan: zeitgenössische Kunst entdecken, ausprobieren und mitmachen! In den kommunalen Galerien Kunst Raum Mitte, Bärenzwinger und Galerie Wedding startet das brandneue Format Sunday Art Makers (SAM). Gemeinsam mit erfahrenen Kunstvermittler*innen und Kreativschaffenden können Kinder, Jugendliche und Erwachsene zeitgenössische Kunst auf neue, interaktive Weise entdecken, erleben und mitgestalten. Die Formate finden in Zusammenarbeit mit den kommunalen Galerien Berlin-Mitte und der MiK Jugendkunstschule statt.
7. Juni 2026, 14-17 Uhr: Spurensuchemit Cleo Wächter
Unsere Spurensuche lädt Euch ein, den Ort mit offenen Augen zu entdecken. Die Reise startet draußen, führt am Bärenzwinger vorbei durch das Grün des Köllnischen Parks und schließlich hinein ins Haus. Mit dabei: Dein eigenes Spurensuche-Heft, das wie ein kleines Schatzkästchen darauf wartet, von Dir geöffnet und gefüllt zu werden!
Ohne Anmeldung als Drop-In, für Kinder von 6 – 12 Jahren / Erwachsene können begleiten