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Aktuelle Ausstellung

Heimsuchungen

Ausstellung

Furore
Nina Paszkowski
5.6.2026 – 21.02.2027
Eröffnung: 4.6.2026, 18 Uhr

Die Einzelausstellung von Nina Paszkowski spielt unter dem Titel Furore auf das Spektakel an, das den Bärenzwinger seit jeher heimsucht: das Prinzip des Vorführens und Inszenierens – ob durch lebende Tiere, ideologisch aufgeladene Stadtidentität oder zeitgenössische Kunst. Dabei beschreibt Furore ein Aufsehen, das sich zwischen Faszination und Unbehagen bewegt. Was anzieht und begeistert, kann in Empörung oder Wut umschlagen. Mit dieser Wut setzt sich Nina Paszkowski anhand mythologischer Wesen auseinander, deren Name im Ausstellungstitel anklingt: den Furien. In der griechischen Mythologie erscheinen sie als wütende Rächerinnen, die jedoch durch einen Akt der Gnade eine Menschwerdung erfahren und sich in die milden Eumeniden wandeln.

In Furore treten die Furien als überlebensgroße Wächterinnen in Erscheinung. Vor dem Hintergrund der Geschichte des Ortes, in der das Spektakel stets auch mit Kontrolle und Gewalt verbunden war, bleibt offen, ob sie hier Rache üben oder Gnade walten lassen werden. Bei Paszkowski verharrt Wut nicht im Zerstörerischen. Sie erscheint vielmehr als eine Kraft, die bestehende Verhältnisse aufbricht und neue Formen des Miteinanders denkbar macht. Die Transformation der Furien spiegelt sich durch eine sich verändernde Werkkonstellation im Bärenzwinger selbst wider: Während der neunmonatigen Laufzeit bricht Wut in Form keramischer Wucherungen aus den Wänden des Zwingers hervor und bahnt sich neue Wege. Zurück bleiben offene Wunden, die Verletzlichkeit in den Raum einschreiben und Fragen nach dem Fortwirken von Gewalt und Heilung aufwerfen.

Kuratiert von Janine Pauleck, Tina Quednau, Annika Reketat

Künstlerisches Programm

Akt 2
Schmeckt denn der Weltraum
in den wir uns lösen, nach uns?
07. bis 09. August 2026

Akt 3
Nirgends wird Welt sein, als innen.
16. bis 18. Oktober 2026

Angelehnt an Rainer Maria Rilkes Duineser Elegien (1922) entwickelt sich das künstlerische Programm des Bärenzwingers in einer vierteiligen Dramaturgie im Zeitraum vom 15. Mai bis zum 18. Oktober. Über zehn Jahre hinweg geschrieben, zeichnet Rilke in den Klageliedern eine Suchbewegung nach, die bei der Anrufung an vergangenen Orten, Personen und Dingen beginnt und daraufhin zu der Frage nach dem Umgang mit dem Fehlenden führt.

Im Spannungsfeld von Konservation und Transformation wird das Denkmal Bärenzwinger zur Kulisse und Bühne für die künstlerische Suche nach dem Umgang mit Verlust im Hinblick auf eine ungewisse Zukunft.

Rilkes Antwort hierauf ist keine Lösung, sondern eine Bewegung: Erinnerungen überleben nicht durch Konservierung, sondern indem sie in neue Kontexte eintreten und sich dabei verändern — und so den Weg für das freimachen, was noch nicht da ist. Während es für Rilke kein abschließendes Ende der Elegien gibt, stellt das Programm die Weichen für das 10 Jährige Jubiläum des Bärenzwingers als kommunale Galerie im Jahr 2027.

Kuratiert von Luise Haubenreiser, Philipp Hennch, Pauline Kling, Kaya Peters, Nicola Reißer, Niva Sann und Josephine Steffens

Künstlerisches Forschungsprojekt

Ab Oktober 2026

Um einen vertiefenden Blick auf das Jahresthema Heimsuchungen/Hauntings zu richten ist der Künstler Qusay Awad eingeladen ein künstlerisches Forschungsprojekt umzusetzen. Ziel des Projekts ist es im Hinblick auf das kommende Jubiläumsjahr 2027, die zehnjährige Ausstellungsgeschichte in Relation zur Geschichte und Architektur des Ortes selbst zu betrachten und aufzuarbeiten. Im Laufe des Jahres werden Zwischenstände des Projekts gezeigt. Ab Oktober wird das Ergebnis des Projekts im Bärenzwinger präsentiert.

Kuratiert von Alin Daghestani und Hannah van der Est

Kommendes Programm

Freitag, 31. Juli 2026

19 Uhr: Führung und Gespräch
mit Nina Paszkowski

20 Uhr: Ritual Performance »DESCENT«
von Riley Davidson und mit Sounddesign von Juan Cernadas

»Furore« – Ausstellungsführung und Gespräch mit Nina Paszkowski
Begleiten Sie die Künstlerin Nina Paszkowski und die Kurator*innen bei einer dialogischen Führung durch die aktuelle Ausstellung »Furore«.

»Furore« ist als sich verändernde Ausstellung angelegt. Im Verlauf der Laufzeit werden neue Arbeiten hinzugefügt, andere entfernt und die Anordnung der Werke im Raum verändert. Anlässlich der ersten Transformation der Ausstellung bietet die Führung die Gelegenheit, gemeinsam mit der Künstlerin und den Kurator*innen das nächste Kapitel von »Furore« zu erkunden. Im Gespräch geht es um die konzeptuellen Ausgangspunkte der Ausstellung, die Entstehung der Arbeiten und die fortlaufende Entwicklung ihrer räumlichen Inszenierung.

In »Furore« setzt sich Nina Paszkowski mit der Figur der Furien auseinander – mythologischen Gestalten der Vergeltung, die aus Geschichten von Gewalt, Ungerechtigkeit und ungelösten Konflikten hervorgehen. Die Ausstellung betrachtet Wut nicht nur als Emotion, sondern als eine Kraft, die Erinnerungen bewahrt, Anerkennung einfordert und Prozesse der Veränderung anstoßen kann.

DESCENT – Ritual Performance von Riley Davidson mit Juan Cernadas
DESCENT ist eine Performance, in der Körper, Klang und Stille Erinnerungen hervorbringen, die jenseits von Logik liegen. Eine Tänzer*in legt die überlieferten Mythen ab, während ein Sound Designer live eine Atmosphäre aus Atem, Geräusch und Klang entwickelt.

Ausgehend vom Mythos von Inannas Abstieg in die Unterwelt – einem der ältesten überlieferten Texte der Geschichte aus der sumerischen Kultur (ca. 2100 v. Chr.) – beschäftigt sich die Performance mit dem Abstieg als notwendigem Übergang und Moment der Transformation. In einer Zeit, in der wir kollektiv mit dem Zusammenbruch gewachsener Machtstrukturen konfrontiert sind, stellt DESCENT die Frage, welche Vorstellungen und Erzählungen wir zurücklassen müssen, um andere Formen des Denkens und Handelns zu ermöglichen.

Die Performance wird zu einem Raum für wortlose Wut und Trauer, für die Auseinandersetzung mit überlieferten Verletzungen und den Verstrickungen vergangener Generationen. Denn Veränderung beginnt mit dem Abstieg.

DESCENT bildet das nächste Kapitel der aktuellen Ausstellung »Furore« von Nina Paszkowski, nachdem neue Arbeiten in die Ausstellung integriert wurden. Die Performance erweitert die Auseinandersetzung der Ausstellung mit Themen wie Wut, Transformation und gesellschaftlichen Machtverhältnissen.

Der Bärenzwinger – ein historischer Ort, der für die Präsentation des vermeintlich Wilden errichtet wurde – wird dabei zum Ausgangspunkt einer Untersuchung von Gewalt, Spektakel und den Grenzen zwischen Selbst und Anderem. Zugleich fragt die Performance nach gegenwärtigen Formen des Spektakels und danach, wie Plattformen wie soziale Medien unsere Wahrnehmung von Gewalt beeinflussen und unser Verhältnis zwischen Beobachten und eigener Beteiligung prägen.

SUNDAY ART MAKERS (SAM) – Dein neuer Kreativsonntag

Jeden ersten Sonntag im Monat
Eintritt frei
Keine Anmeldung erforderlich
Sprachen: Deutsch und Englisch

TERMINE, DAUER UND HINWEISE
2. August: mit Theresa Sowka
6. September: Schattenspiel
mit Rezzan Gümgüm
4. Oktober: Spurensuche
mit Cleo Wächter

Drop-In- / Drop-Out-Workshops à 3 Stunden: 14-17 Uhr / ohne Anmeldung
Ab 6 Jahren offen für alle bis 15 Jahre

Ab Mai wird’s bunt und kreativ in Berlin-Mitte! Jeden ersten Sonntag im Monat heißt es fortan: zeitgenössische Kunst entdecken, ausprobieren und mitmachen! In den kommunalen Galerien Kunst Raum Mitte, Bärenzwinger und Galerie Wedding startet das brandneue Format Sunday Art Makers (SAM). Gemeinsam mit erfahrenen Kunstvermittler*innen und Kreativschaffenden können Kinder, Jugendliche und Erwachsene zeitgenössische Kunst auf neue, interaktive Weise entdecken, erleben und mitgestalten. Die Formate finden in Zusammenarbeit mit den kommunalen Galerien Berlin-Mitte und der MiK Jugendkunstschule statt.

2. August: Papier Papier Papier mit Theresa Sowka
In diesem Workshop wollen wir nicht auf, sondern mit Papier malen. Wir werden ähnlich arbeiten, wie die Künstlerin Nina Paszkowski, deren Kunstwerke momentan in der Ausstellung Furore im Bärenzwinger zu sehen sind.
Mit einem farbigen Papiermatsch (der Pulpe) können Farben, Formen und Bilder auf ein Sieb aufgetragen werden. Dann wird doll gepresst, kurz gebügelt und am Ende könnt ihr euer selbst hergestelltes Papier mit nach Hause nehmen.
Dreckig könnt ihr dabei kaum werden, etwas nass vielleicht schon.
Kommt einfach vorbei und legt los!

Ohne Anmeldung, für Kinder von 6–12 Jahren / Erwachsene können begleiten.

Zum gesamten Programm