mit
Nina Paszkowski

Grafik: Nora Keilig
Austellung
5.6.2026-21.2.2027
Eröffnung: 4.6.2026, 18 Uhr
Die Einzelausstellung von Nina Paszkowski spielt unter dem Titel »Furore« auf das Spektakel an, das den Bärenzwinger seit jeher heimsucht: das Prinzip des Vorführens und Inszenierens – ob durch lebende Tiere, ideologisch aufgeladene Stadtidentität oder zeitgenössische Kunst. Dabei beschreibt Furore ein Aufsehen, das sich zwischen Faszination und Unbehagen bewegt. Was anzieht und begeistert, kann in Empörung oder Wut umschlagen. Mit dieser Wut setzt sich Nina Paszkowski anhand mythologischer Wesen auseinander, deren Name im Ausstellungstitel anklingt: den Furien. In der griechischen Mythologie erscheinen sie als wütende Rächerinnen, die jedoch durch einen Akt der Gnade eine Menschwerdung erfahren und sich in die milden Eumeniden wandeln.
In »Furore« treten die Furien als überlebensgroße Wächterinnen in Erscheinung. Vor dem Hintergrund der Geschichte des Ortes, in der das Spektakel stets auch mit Kontrolle und Gewalt verbunden war, bleibt offen, ob sie hier Rache üben oder Gnade walten lassen werden. Bei Paszkowski verharrt Wut nicht im Zerstörerischen. Sie erscheint vielmehr als eine Kraft, die bestehende Verhältnisse aufbricht und neue Formen des Miteinanders denkbar macht. Die Transformation der Furien spiegelt sich durch eine sich verändernde Werkkonstellation im Bärenzwinger selbst wider: Während der neunmonatigen Laufzeit bricht Wut in Form keramischer Wucherungen aus den Wänden des Zwingers hervor und bahnt sich neue Wege. Zurück bleiben offene Wunden, die Verletzlichkeit in den Raum einschreiben und Fragen nach dem Fortwirken von Gewalt und Heilung aufwerfen.
Kuratiert von Janine Pauleck, Tina Quednau, Annika Reketat
Nina Paszkowski
Nina Paszkowski lebt und arbeitet in Köln. In ihrer künstlerischen Praxis setzt sie sich mit Themen wie Begehren, Macht und der gegenseitigen Abhängigkeit von Lebewesen auseinander. Sie arbeitet mit Keramik und Papier und entwickelt daraus räumliche Arbeiten, die das Spannungsverhältnis zwischen Individualität und Verbundenheit untersuchen. Ihre Installationen bestehen häufig aus großformatigen papierne Cut-Outs, für die sie das Papier teilweise selbst herstellt, sowie keramischen Skulpturen, die – ebenso wie die Papierarbeiten – Fragilität und Durchlässigkeit thematisieren.
