template-page-aktuelles.php

Der Bärenzwinger im Köllnischen Park ist seit 2017 erstmals als Kulturstandort für die Öffentlichkeit zugänglich. Das ehemalige Gehege der Berliner Stadtbären wird vom Fachbereich Kunst, Kultur & Geschichte des BA Mitte als Plattform für kollaboratives Lernen, Forschen und Experimentieren in kuratorischer und künstlerischer Praxis weiterentwickelt. Mit ortsspezifischen Ausstellungs- und Veranstaltungsformaten werden seine Geschichte, räumlichen Besonderheiten und aktuelle stadtkulturelle Themen reflektiert.

Aktuelle Ausstellung

Heimsuchungen

Ausstellung

Furore
Nina Paszkowski
5.6.2026 – 21.02.2027
Eröffnung: 4.6.2026, 18 Uhr

Die Einzelausstellung von Nina Paszkowski spielt unter dem Titel Furore auf das Spektakel an, das den Bärenzwinger seit jeher heimsucht: das Prinzip des Vorführens und Inszenierens – ob durch lebende Tiere, ideologisch aufgeladene Stadtidentität oder zeitgenössische Kunst. Dabei beschreibt Furore ein Aufsehen, das sich zwischen Faszination und Unbehagen bewegt. Was anzieht und begeistert, kann in Empörung oder Wut umschlagen. Mit dieser Wut setzt sich Nina Paszkowski anhand mythologischer Wesen auseinander, deren Name im Ausstellungstitel anklingt: den Furien. In der griechischen Mythologie erscheinen sie als wütende Rächerinnen, die jedoch durch einen Akt der Gnade eine Menschwerdung erfahren und sich in die milden Eumeniden wandeln.

In Furore treten die Furien als überlebensgroße Wächterinnen in Erscheinung. Vor dem Hintergrund der Geschichte des Ortes, in der das Spektakel stets auch mit Kontrolle und Gewalt verbunden war, bleibt offen, ob sie hier Rache üben oder Gnade walten lassen werden. Bei Paszkowski verharrt Wut nicht im Zerstörerischen. Sie erscheint vielmehr als eine Kraft, die bestehende Verhältnisse aufbricht und neue Formen des Miteinanders denkbar macht. Die Transformation der Furien spiegelt sich durch eine sich verändernde Werkkonstellation im Bärenzwinger selbst wider: Während der neunmonatigen Laufzeit bricht Wut in Form keramischer Wucherungen aus den Wänden des Zwingers hervor und bahnt sich neue Wege. Zurück bleiben offene Wunden, die Verletzlichkeit in den Raum einschreiben und Fragen nach dem Fortwirken von Gewalt und Heilung aufwerfen.

Kuratiert von Janine Pauleck, Tina Quednau, Annika Reketat

Veranstaltungsprogramm

Prolog
15. Mai 2026

Akt 1
Denn Bleiben ist nirgends
12. bis 14. Juni 2026

Akt 2
Schmeckt denn der Weltraum
in den wir uns lösen, nach uns?
07. bis 09. August 2026

Akt 3
Nirgends wird Welt sein, als innen.
16. bis 18. Oktober 2026

Angelehnt an Rainer Maria Rilkes Duineser Elegien (1922) entwickelt sich das künstlerische Programm des Bärenzwingers in einer vierteiligen Dramaturgie im Zeitraum vom 15. Mai bis zum 18. Oktober. Über zehn Jahre hinweg geschrieben, zeichnet Rilke in den Klageliedern eine Suchbewegung nach, die bei der Anrufung an vergangenen Orten, Personen und Dingen beginnt und daraufhin zu der Frage nach dem Umgang mit dem Fehlenden führt.

Im Spannungsfeld von Konservation und Transformation wird das Denkmal Bärenzwinger zur Kulisse und Bühne für die künstlerische Suche nach dem Umgang mit Verlust im Hinblick auf eine ungewisse Zukunft.

Rilkes Antwort hierauf ist keine Lösung, sondern eine Bewegung: Erinnerungen überleben nicht durch Konservierung, sondern indem sie in neue Kontexte eintreten und sich dabei verändern — und so den Weg für das freimachen, was noch nicht da ist. Während es für Rilke kein abschließendes Ende der Elegien gibt, stellt das Programm die Weichen für das 10 Jährige Jubiläum des Bärenzwingers als kommunale Galerie im Jahr 2027.

Kuratiert von Luise Haubenreiser, Philipp Hennch, Pauline Kling, Kaya Peters und Josephine Steffens

Künstlerisches Forschungsprojekt

Ab Oktober 2026

Um einen vertiefenden Blick auf das Jahresthema Heimsuchungen/Hauntings zu richten ist der Künstler Qusay Awad eingeladen ein künstlerisches Forschungsprojekt umzusetzen. Ziel des Projekts ist es im Hinblick auf das kommende Jubiläumsjahr 2027, die zehnjährige Ausstellungsgeschichte in Relation zur Geschichte und Architektur des Ortes selbst zu betrachten und aufzuarbeiten. Im Laufe des Jahres werden Zwischenstände des Projekts gezeigt. Ab Oktober wird das Ergebnis des Projekts im Bärenzwinger präsentiert.

Kuratiert von Alin Daghestani und Hannah van der Est

Kommendes Programm

Programm Akt I

LINE UP:

Freitag, 12.06.
19 – 22 Uhr: Session mit DJ theories

Samstag, 13.06.
14 – 16 Uhr: Workshop »How to perform a scream« mit Nadja Kracunovic
17 – 18 Uhr: Lecture Performance mit Paula Schopf
19 – 20 Uhr: Butoh Tanzimprovisation mit Soprangesang der Tänzerin Sofya Sheikut und Sopranistin Katsia Kaya

Sonntag, 14.06.
14 – 15 Uhr: Radio Performance mit Jasmina Al Qaisi
17 – 18 Uhr: Performance mit Agata Siniarska

Unter dem Titel Denn bleiben ist nirgends lädt der erste Akt des künstlerischen zu einer Form der Anrufung ein und fragt nach Wegen, Verborgenes an die Oberfläche zu holen. Stimme, Klang und körperliche Ausdrucksformen verweben sich dabei zu einem polyphonen Geflecht. Das Programm bewegt sich zwischen den experimentellen Soundarbeiten der DJ theories und einer Lecture-Performance der Soundkünstlerin Paula Schopf, lädt mit Nadja Kracu­novics Workshop »How to Perform a Scream« zur körperlichen Erkundung ein, lässt Butoh-Improvisation und Soprangesang in der Begegnung von Sofya Shaikut und Katsia Kaya zusammenfinden und klingt mit Jasmina Al Qaisis Radio-Performance und einem performativen Nachhall von Agata Siniarska aus.

SUNDAY ART MAKERS (SAM) – Dein neuer Kreativsonntag

Jeden ersten Sonntag im Monat
Eintritt frei
Keine Anmeldung erforderlich
Sprachen: Deutsch und Englisch

TERMINE, DAUER UND HINWEISE
7. Juni: Spurensuche
mit Cleo Wächter
5. Juli: Schattenspiel
mit Rezzan Gümgüm
2. August: mit Theresa Sowka
6. September: Schattenspiel
mit Rezzan Gümgüm
4. Oktober: Spurensuche
mit Cleo Wächter

Drop-In- / Drop-Out-Workshops à 3 Stunden: 14-17 Uhr / ohne Anmeldung
Ab 6 Jahren offen für alle bis 15 Jahre

Ab Mai wird’s bunt und kreativ in Berlin-Mitte! Jeden ersten Sonntag im Monat heißt es fortan: zeitgenössische Kunst entdecken, ausprobieren und mitmachen! In den kommunalen Galerien Kunst Raum Mitte, Bärenzwinger und Galerie Wedding startet das brandneue Format Sunday Art Makers (SAM). Gemeinsam mit erfahrenen Kunstvermittler*innen und Kreativschaffenden können Kinder, Jugendliche und Erwachsene zeitgenössische Kunst auf neue, interaktive Weise entdecken, erleben und mitgestalten. Die Formate finden in Zusammenarbeit mit den kommunalen Galerien Berlin-Mitte und der MiK Jugendkunstschule statt.

7. Juni 2026, 14-17 Uhr: Spurensuche mit Cleo Wächter

Unsere Spurensuche lädt Euch ein, den Ort mit offenen Augen zu entdecken. Die Reise startet draußen, führt am Bärenzwinger vorbei durch das Grün des Köllnischen Parks und schließlich hinein ins Haus. Mit dabei: Dein eigenes Spurensuche-Heft, das wie ein kleines Schatzkästchen darauf wartet, von Dir geöffnet und gefüllt zu werden!

Ohne Anmeldung als Drop-In, für Kinder von 6 – 12 Jahren / Erwachsene können begleiten

Zum gesamten Programm