Freitag, 7. August 2026
Akt II – Schmeckt denn der Weltraum, in den wir uns lösen, nach uns?
Mit dem zweiten Akt unter dem Titel »Schmeckt denn der Weltraum, in den wir uns lösen, nach uns?« widmet sich das künstlerische Veranstaltungsprogramm vom 7. – 9. August 2026 dem Thema Transformation. Den Programmauftakt bildet das experimentelles Live-Hörspiel BEARBONED von Nina Guo am Freitagabend. Am Samstag wird in einem Artist Talk mit Qusay Awad der Stand seines künstlerischen Forschungsprojektes an der vielschichtigen Historie des Bärenzwingers thematisiert. Anschließend folgt eine Sound-Performance von der von Qusay Awad eingeladenen Marina Cyrino. Ein Set von DJ Sex sowie die Performance I was better Until I changed von Bilgesu Akyürek und Buğra Büyükşimşek, die Heilung als Prozess zeitgleichen Loslassens und Werdens befragt bilden das Abendprogramm. Den Abschluss am Sonntag machen somatische Übungen von Alvin Collantes und Thesea Rigou, die den Bärenzwinger und die derzeitige Jahresausstellung »Furore« durch angeleitete Bewegungen körperlich erfahrbar machen.
Freitag, 07.08.
19 – 20 Uhr: BEARBONED mit Nina Guo
Nina Guos künstlerische Praxis umfasst sowohl die Interpretation notierter Musik als auch die Improvisation.
Radio und Humor spielen in ihrem Schaffen eine große Rolle. Oftmals erschafft sie eine Vielzahl einfallsreicher Figuren und leiht ihnen ihre Stimme.
Samstag, 08.08.
16 – 16:45 Uhr: Artist Talk mit Qusay Awad und Rand Abou Fakher
Architekt und Multimedia Künstler Qusay Away entwickelt derzeit ein künstlerisches Forschungsprojekt im Rahmen des Bärenzwingers diesjähriges Jahresthema „Heimsuchen/Hauntings“. Die Forschung umfasst das Untersuchen von Archivmaterial, ortsspezifische räumliche Beobachtungen und Feldaufnahmen; das Projekt betrachtet den Bärenzwinger als einen Ort, an dem sich mehrere historische Schichten überlagern. Es geht der Frage nach, wie Architektur Erinnerung bewahrt und wie Spuren früherer Nutzungen an diesem Ort weiterhin nachwirken. Im Gespräch mit Rand Abou Fakher bietet Awad Einblicke in den Forschungsprozess sowie seine künstlerische Praxis.
17 – 18 Uhr: Fuça mit Marina Cyrino
Marina Cyrino ist eine brasilianische Flötistin, Klangkünstlerin und Forscherin. Ihre Arbeit umfasst Improvisation, Komposition, selbstgebaute Instrumente und performative Installationen. Ihr Flötenspiel ist geprägt von Techniken, die durch den Einsatz eines Hyperverstärkungssystems entwickelt wurden, kombiniert mit einer Vielzahl von selbstgebauten Präparationen, Objekten, Spielzeugen und Luftballons, die am Instrument befestigt sind. Mal Konstruktion, mal Dekonstruktion, mal Fabulation – diese Techniken entspringen der Suche nach einer radikalen Neukonzeption dessen, wie eine Flöte klingen könnte, und beanspruchen eine intime klangliche Vorstellungskraft sowie eine verkörperte Materialität zurück, die die männlichen Zwänge einer heteropatriarchalen Tradition sowohl im Flötenspiel als auch im Flötenbau hinterfragt.
18:30 – 20 Uhr: DJ Set mit DJ Sex
20:30 – 21:30 Uhr: I Was Better Until I Changed mit Bilgesu Akyürek und Buğra Büyükşimşek
I Was Better Until I Changed betrachtet Heilung eher als einen fragilen Zustand denn als einen linearen Prozess. Anhand von Identitätswechseln, Masken, Ritualen und Intimität hinterfragt die Inszenierung, ob Heilung Erleichterung bringt oder den Verlust dessen erfordert, wer wir einmal waren. Während die Darsteller*innen um ihr früheres Selbst trauern und zwischen Widerstand und Anpassung hin- und herpendeln, löst sich die Grenze zwischen Heilung und Auslöschung auf. Das Stück hinterlässt beim Publikum eine offene Frage: Welche Art von Verlust akzeptieren wir, wenn wir uns für die Heilung entscheiden?
Sonntag, 09.08.
17 – 19 Uhr: Somatisches Übungen mit Alvin Collantes und Thesea Rigou
Unter der Leitung von Alvin Collantes und Thesea Rigou lädt dieser Workshop die Teilnehmerinnen dazu ein, die Ausstellung „Furore“ von Nina Paszkowski durch Bewegung und körperliche Reaktionen zu erkunden. Zwei Stunden lang führen Alvin und Thesea die Teilnehmenden durch Einzel- und Gruppenübungen, die von der Ausstellung sowie der Architektur und Geschichte des Bärenzwingers inspiriert sind. Der Workshop steht allen offen – Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Tragt gerne bequeme, bewegungsfreundliche Kleidung und Schuhe.
Das Workshop-Konzept wurde ursprünglich von den KW Institute for Contemporary Art in Auftrag gegeben und von Thesea Rigou und Alvin Collantes entwickelt, in Kooperation mit Alexia Manzano.
Kuratiert von Luise Haubenreiser, Philipp Hennch, Pauline Kling, Kaya Peters, Nicola Reißer, Niva Sann und Josephine Steffens
